Orakel

Seit jeher ist es ein Traum des Menschen, die Zukunft ergründen zu können, das eigene Schicksal möglicherweise beeinflussen zu können. Höhere Mächte wurden weltweit zum persönlichen Schicksal befragt. Eine Blütezeit erlebten Orakel in der europäischen Antike, wo politische Entscheidungen getroffen und Feldzüge geführt wurden, wenn das Schicksal wohl gesonnen war. Ein Mekka für Ratsuchende war etwa das Orakel von Delphi.

Der Begriff stammt übrigens aus dem lateinsichen "Oraculum", was übersetzt "Götterspruch" bedeutet. Im römischen Weltreich wurden Traditionen aus der Kultur der Etrusker fortgesetzt. So deuteten die römischen Priester beispielsweise den Willen der Götter aus himmlischen Zeichen wie Blitz und Donner oder dem Flug der Vögel. Weit verbreitet war auch der Brauch, in den Eingeweiden von Opfertieren zu lesen und daraus Rückschlüsse auf das künftige Schicksal zu ziehen.

Während in China das I Ging von Ratsuchenden befragt wird, ist das Runenorakel im germanischen Kulturkreis verbreitet. Eine weitere Spielart des Orakels verbreitete sich nach der Erfindung des Buchdrucks in weite Teile der Bevölkerung: Tarot-, Orakel- und Weissagekarten erfreuen sich in ihren verschiedenen Spielarten bis heute großer Beliebtheit.

Auch im Internet findet der Ratsuchende zahlreiche Plattformen und Seiten rund um das Thema Orakel. Der User hat hier die Auswahl aus weltweit allen gängigen Weissage-Traditionen und kann sich das Aussuchen, in welchem er sich am wohlsten fühlt.

Wer vor wichtigen Entscheidungen oder Scheidewegen steht, sucht gern den Rat des Orakels. Und erstaunlich oft hilft der scheinbare Aberglaube tatsächlich weiter: Weil sich der Ratsuchende intensiv mit dem Problem beschäftigt und dadurch auf eine Lösung findet.

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